Was ist Eugenik?

Begriff und Begriffsgeschichte

 

Der Begriff Eugenik stammt aus dem Griechischen („eu“ = gut, „genesis“ = Entstehung) und bedeutet „gut geboren“ oder „von edler Abstammung“.

Von Anfang an war damit die Idee verbunden, dass der Mensch seine eigene genetische Entwicklung gezielt beeinflussen und „verbessern“ kann.


Historisch entwickelte sich der Begriff zu einem zentralen Konzept in wissenschaftlichen und politischen Debatten über Vererbung und Gesellschaft. Dabei blieb zunächst offen, ob solche Eingriffe freiwillig oder staatlich gesteuert erfolgen sollten.


Vor allem durch seine Anwendung im Kontext des Nationalsozialismus erhielt der Begriff jedoch eine stark negative Bedeutung, insbesondere in Deutschland.


Heute gilt der Begriff daher als historisch belastet und wird häufig vermieden oder durch neutralere, technischere Begriffe, wie "genetic enhancement engineering" (genetische Verbesserungsstrategie) ersetzt.

Definition und Konzept

 

Eugenik bezeichnet die Lehre von der Verbesserung des biologischen Erbgutes des Menschen.

Dabei gilt es, Fortpflanzung so zu beeinflussen, dass als wünschenswert angesehene Eigenschaften gefördert und unerwünschte reduziert werden.

Man unterscheidet zwei grundlegende Ansätze:

  • Positive Eugenik: Förderung der Fortpflanzung von Menschen mit als positiv bewerteten Eigenschaften
  • Negative Eugenik: Verhinderung der Fortpflanzung von Menschen mit als negativ bewerteten Eigenschaften

Das Konzept umfasst somit Maßnahmen zur bewussten Steuerung menschlicher Vererbung – unabhängig davon, ob diese freiwillig oder unter gesellschaftlichem bzw. staatlichem Druck erfolgen.